MoMo – Mobiles Monitoring
„lüttIng“-Schüler-Technik-Akademie
Schülerinnen und Schüler aus weiterführenden Schulen der Hansestadt Lübeck erforschen, programmieren und gestalten ein System zur Darstellung medizinischer Sensordaten
auf mobilen Endgeräten.
Schülerinnen und Schüler der Thomas-Mann-Schule und des Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasiums werden im Rahmen von AGs an ihren Schulen und einer Informatik-AG der Schülerakademie der Universität zu Lübeck an der „lüttIng“-Schüler-Technik-Akademie „MoMo“ verschiedene Prototypen zum mobilen Monitoring in unterschiedlichen Anwendungsszenarien entwickeln. Eine industrielle Unterstützung, vor allem mit entsprechender Hardware aber auch fachlicher Beratung, erfolgt auch durch die Abteilung Competence Section Sensor Modules von R&D Medical Systems der Dräger Medical AG & Co. KG in Lübeck.

Um die geplanten Ziele zu erreichen, ist eine Laufzeit von zwei Jahren für die „lüttIng“- Schüler-Technik-Akademie „MoMo“ vorgesehen. Die Finanzierung soll die studentische Betreuung sowie den Aufbau eines informatisch-medizintechnischen Labors für mobile Systeme an der Schülerakademie der Universität sowie technisch-informatische Projektausstattungen an den Schulen ermöglichen.
Ein erstes Anwendungsszenario sieht vor, dass unterschiedliche Sensoren zur Erfassung körperlicher Funktionen in Bekleidung oder Schmuck integriert werden. Mikrocontroller in der Bekleidung leiten die erfassten Sensordaten via Bluetooth und anderen PANLösungen auf ein Mobilgerät (Mobiltelefon, Smartphone, PDA, etc.) weiter. Dieses dient via GSM oder UMTS als Übermittlungsmedium an einen zentralen Server. Der Server wertet die Sensordaten aus und schickt diese aufbereitet zurück auf das mobile Endgerät, auf dem sie im Display browserbasiert dargestellt werden. Ein zweites Szenario geht davon aus, dass in einer Klinik erfasste Sensordaten von Anästhesiegasen an ein serverbasiertes System versendet werden. Wiederum wertet der Server die Sensordaten aus und schickt diese aufbereitet zurück auf das mobile Endgerät, auf dem sie im Display browserbasiert dargestellt werden. Die Leitung von „MoMo“ erfolgt durch Prof. Dr. Michael Herczeg, Leiter des Instituts für Multimediale und Interaktive Systeme der Universität zu Lübeck sowie durch den Projektkoordinator Dr. Thomas Winkler. Sekretariatsarbeiten werden von der Initiative „Lübecker Informatik an Schulen“ der Schülerakademie der Universität zu Lübeck (LIaS) übernommen.

Die wissenschaftliche Betreuung seitens der Universität erfolgt durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Informatikinstitute der Universität. Eine fachliche Betreuung wird an den Schulen durch je eine Lehrkraft sichergestellt. Die technische und sonstige - organisatorische Betreuung der Schülerinnen und Schüler erfolgt durch zwei studentische Mitarbeiter/innen (Studenten/-innen der Informatik). Diese bereiten auch die einzelnen Veranstaltungen (wie etwa die Kick-off-Veranstaltung) vor. Als Experten stehen beratend einerseits Wissenschaftler der Universität (insbesondere auch die Wissenschaftler eines von der DFG geförderten Forschungsprojekts, das eine inhaltliche Nähe zum hier gestellten Antrag aufweist), Lehrkräfte der beteiligten Schulen und Fachkräfte der Dräger Medical AG & Co. KG zu Verfügung.
Die ca. 20 „lütten Ingenieure“, Schülerinnen und Schüler aus den Klassenstufen 11 und 12 nehmen seitens der Schule in Form einer AG an „MoMo“ teil. Sie werden an der Entwicklung und Realisierung des Systems zur Darstellung medizinischer Sensordaten auf mobilen Endgeräten während der Schulzeit (nicht in den Schulferien) mindestens an einem Nachmittag in der Woche arbeiten. Auch werden sie an besonderen Veranstaltungen teilnehmen, die für sie oder mit ihnen organisiert werden.

Den Schülerinnen und Schülern werden sowohl theoretische Kenntnisse bezüglich der Gestaltung und Programmierung von interaktiven Systemen als auch das Rüstzeug zur praktischen Umsetzung derselben vermittelt. Mit Hilfe der zu entwickelnden Modelle und Lösungen sollen die „lütten Ingenieure“ komplexe interaktive Medien in interdisziplinären Projekten kennen lernen, indem sie diese Medien selbst modellieren, konstruieren, implementieren und anwenden. Sie sollen die entsprechenden Informations- und Kommunikationstechnologien mit zunehmender Komplexität verstehen und nutzen lernen. Auf der Grundlage dieser neuen und relevanten Kompetenzen werden sie auf die laufenden technischen Entwicklungen frühzeitig vorbereitet und befähigt, diese zu verstehen. Dieses dient einer fundierten Orientierung auf einen zukünftigen Ingenieurberuf.
Bei der Zusammensetzung der Schüler wird darauf geachtet, dass die beiden Geschlechter nach Möglichkeit paritätisch vertreten sind. Die erbrachten Leistungen fließen als „Besondere Lernleistung“ in das Zeugnis und somit in die Abiturnote ein.
